Montag, 26. April 2010

Tag 17
24. April 2010
Gelandet!

Samstag,19.10 Uhr Landung der letzten 21 ReiseteilnehmerInnen auf dem Flughafen Wien-Schwechat, wo wir von einigen der ReiseteilnehmerInnen, die schon früher ankamen, sowie von einigen Mitarbeiterinnen von World Vision und der Geschäftsführerin von World Vision Österreich, Fr. Amanda Platzer, empfangen wurden.
Ein herrliches Gefühl, wieder den Heimatboden unter den Füßen zu spüren.

Ein herzliches Danke an alle TeilnehmerInnen dieser Reise. Die Geduld, Ausdauer, das Miteinander haben uns noch mehr zusammengebracht.

Wir haben Freunde besucht, neue Freunde gefunden, viele Eindrücke gesammelt, vieles erlebt und viel an Unterstützung erfahren. All das macht diese Patenreise unvergesslich und wunderschön.
Wir wissen auch, dass wir glücklich sein können, in Österreich geboren zu sein und hier zu leben. Wir kommen zurück mit der moralischen Verpflichtung weiterhin all jenen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

Elfi Schattauer

Tag 16
23. April 2010
Johannesburg - Flughafen

Juhu! Alle kommen weg.
Einige von uns werden auf dem Lufthansa Flug nach Frankfurt und Anschlussflug nach Wien gebucht.
Die Hoffnung, den Rest der Gruppe auf den SAA Sonderflug von Johannesburg nach London zu buchen ist sehr groß und einer nach dem anderen bekommt sein Ticket.
Dann heißt es plötzlich wieder: „Sorry, plane full up!“
18 Personen konnten wir einchecken, drei Reiseteilnehmer stehen noch in der Warteschlange und es geht nichts mehr.
Einerseits herrscht Freude über die bevorstehende Heimreise, andererseits Trauer, dass noch immer einige keinen Platz im Flugzeug bekommen haben.

Der Abschied von der Gruppe ist herzlich und tränenreich.

Die Hoffnung besteht aber bis zum Schluss! Vielleicht schaffen wir es doch, die restlichen 3 Gruppenmitglieder auf Standby auf den Lufthansa Flug zu buchen.
Wie durch ein Wunder erfahren wir dann von der SAA, dass es dann doch möglich ist, diese 3 Personen noch zusätzlich einzubuchen.
Die Überraschung und Freude beim Treffen mit den Anderen im Duty Free ist riesengroß.

Österreich wir kommen!
Nach 11 Stunden Flug erreichen wir Heathrow Airport. Wir sind wieder in Europa.
Nach einigen Unklarheiten halten wir endlich unsere Flugtickets für Wien in der Hand.






Zurück in Österreich

Nach aufregenden 17 Tagen in Südafrika und Swasiland sind am vergangenen Samstag nun auch die letzten Reisenden der diesjährigen Patenreise wieder in Wien angekommen.

Ein Reisebericht von den letzten Tagen in Johannesburg wird in den kommenden Tagen an dieser Stelle folgen.

Freitag, 23. April 2010

Noch immer "gestrandet"

Tag 15
22. April 2010
Johannesburg

Noch immer "gestrandet"

Gleich in der Früh bezahlen wir an der Rezeption unsere Hotelrechnung. Schließlich wollen wir ja – wenn es so weit ist – schnell losstarten. Elfi hat sich schon zeitig auf den Weg zum Flughafen gemacht. Zu Mittag ruft sie uns im Hotel an: Wir starten den Versuch, heute in eine Maschine Richtung nach Hause zu kommen.

In Windeseile stürmen wir in die Zimmer, holen unsere Koffer und fahren mit einigen mit Gepäck und Menschen bis zum Rande vollgestopften Kleinbussen zum Flughafen. Dort begrüßen uns lange Schlangen vor den Check-In-Schaltern. Die erfolgsversprechende Schlange ist erstmals leider nur für jene Passagiere bestimmt, die ursprünglich am 16. und 17. April abfliegen wollten.

Elfi gelingt es aufgrund von beinharten Verhandlungen am Flughafen – und mit Unterstützung unseres Reisebüros – insgesamt 13 Gruppenmitgliedern Sitze im eingeschobenen Abendflug zu sichern. Alle freuen sich!

Die Chancen für die restliche Gruppe stehen schlecht, weil wir sehen können, dass laut Reisedatum noch viele vor uns drankommen.
Das Flugzeug ist dann auch bald voll. Aber die Hoffnung lebt wieder auf, als wir hören, dass ein größerer Jumbojet mit mehr Sitzen eingesetzt wird.

Die restlichen Reisenden vom 17. April checken ein. Die Spannung steigt. Sind wir dabei, wenn die ersten Passagiere mit am 18.04. leider gestrichenem Abflug an die Reihe kommen?
Erst werden Frauen mit Kindern sowie ältere Personen aufgerufen. Wir sehen aber anscheinend noch alle so frisch und jugendlich aus, dass sogar unsere älteren Reisemitglieder – immerhin gibt es welche über 60 – zurückgeschickt werden. Und leider kommt auch schon bald die Durchsage, dass es keine freien Plätze mehr gibt.

Und so nehmen wir mit einem lachenden und weinendem Auge und mit den besten Glückwünschen für die Reise Abschied von unseren 13 Gruppenmitgliedern, die heute abfliegen. Müde und erschöpft vom langen Anstellen am Flughafen, aber trotzdem guten Mutes, fahren wir zurück in unser Hotel.

Zum Abschluss noch eine gute Nachricht: Die beiden Damen, die wir gestern zum Glück schon außertourlich einchecken konnten, sind wohlbehalten in Wien angelangt. Wir sind erleichtert!

Liebe Freunde zu Hause, haltet uns die Daumen für morgen und wir halten auf alle Fälle die Ohren steif!

Monika Nnamdi

Donnerstag, 22. April 2010

Gestrandet

Tag 14
21. April 2010
Johannesburg

„Gestrandet“
Noch im Bett um 7.30 Uhr – Griff zur Fernbedienung. CNN berichtet, London Heathrow offen! Good News!
Schnell zum Frühstück, um mit den anderen zu redden: “Kommen wir heute weg?”
Um 10.00 Uhr trifft sich die Gruppe zum Meeting an der Hotelbar. Der Blick auf die Airlines, die am nahen Flughafen zu sehen sind, lassen uns hoffen – vielleicht bringt uns ja eine von diesen nach Hause. Die Herzen schlagen höher, es sieht gut aus.
Elfi spricht zur „Lage der Nation“, London offen, Frankfurt gesperrt. Die Nachrichten überschlagen sich, bestätigt ist aber nichts.
Ca. 3.500 Menschen sollen nur in Südafrika festsitzen. Es herrscht Chaos auf dem Flughafen.

Um das Warten zu verkürzen, ist kurzerhand eine Besichtigung in das „Gold Reef City“ organisiert worden. 12 Personen nehmen daran teil – der Rest bleibt im Hotel bzw. fährt zum Flughafen um die Lage zu checken und was einzukaufen.

Diejenigen von uns, die aus dem Bankomat kein Geld mehr erhalten, haben sich um die Mittagszeit aufgemacht nach Gold Reef City. Das „dreckige Dutzend“ versuchte sein Glück um Geld für eine Hand voll Dollars zu schürfen. Die Erwartungen waren hoch – zu hoch.
Gold Reef City entpuppte sich als ein Themenpark der an Disneyland erinnerte, wäre da nicht die reale Mine, die 1906 eröffnet und 1977 wegen Unrentabilität wieder geschlossen wurde. Wir fuhren mit einem Korb (der bei uns sogar für Fensterputzer verboten wäre) über 220 Meter tief in den Schacht um in einem Stollen den Alltag der Minenarbeiter zu sehen. Die Grube hat eine maximale Tiefe von über 3.700 m und es benötigte früher zwei Stunden um nach unten zu kommen und zwei Stunden nach oben. Dazwischen lagen acht Stunden harter Arbeit. Selbstverständlich wurden die Arbeiter (zumeist Schwarze) nur für acht Stunden bezahlt…
Wieder oben angekommen war es eine Erleichterung für alle. Statt Gold fanden wir Katzengold am Ausgang – und das hätten wir kaufen müssen. Jetzt wissen wir woher der Name Gold Reef City kommt. Nicht reich aber um eine Erfahrung reicher, fahren wir wieder zum Hotel zurück.

Die Ausflügler kommen gegen 15.30 Uhr retour und erkundigen sich sofort nach Neuigkeiten. Die gibt es tatsächlich. 2 Frauen aus unserer Gruppe, die gesundheitlich ein bisschen angeschlagen sind, werden mit der 18.00 Uhr Sondermaschine nach London geflogen.
JUHU! Elfi begleitet sie, bis sie im Flugzeug sitzen und lässt uns alle in eine Liste eintragen, nach der die nächsten Sondermaschinen belegt werden sollen.

In der Hotellobby treffen wir uns um 16.00 Uhr zu einem neuerlichen Meeting. Gespanntes Warten auf Elfi. Es sind noch Sportliche unter uns, die die Zeit im Fitnessstudio nützen.

Die Neugierde geht soweit, dass schon eine Teilnehmerin das Pendel herausholt uns uns sagt, dass wir am Freitag heimkommen.

Elfi kommt uns sagt uns, dass die Hoffnung besteht, morgen auf den Flieger zu kommen. Wir sollen heute unsere Koffer packen, damit wir morgen rasch auschecken können – so der Plan.
Um 7.00 Uhr fährt Elfi wieder zum Flughafen, dann wissen wir mehr.
Dann gibt es eine gute und (hoffentlich letzte) Nacht in Südafrika.

Herwig Jost
Walter Schattauer

Dienstag, 20. April 2010

Tag 13
20. April 2010
Johannesburg

Gestärkt und voller Hoffnung treffen wir uns um 10.00 Uhr im Aufenthaltsraum unseres Hotels.
Pünktlich erscheint auch unsere World Vision Gruppenleiterin Elfi Schattauer, etwas müde von den letzten Stunden, den neuesten, leider nicht so positiven Nachrichten, den vielen Telefonaten und vielen versandten Emails an wichtige Ansprechpersonen in Österreich.
Elfi gibt uns Mut. An dieser Stelle möchte ich im Namen aller unserer World Vision TeilnehmerInnen Elfi für ihr positives Engagement und ihren Einsatz danke sagen.

Leider sind noch viele Flughäfen gesperrt, leider fliegt auch South African Airways noch nicht nach Europa.
Für viele von uns unverständlich, warum die Landeerlaubnis für Wien für die unterschiedlichen Airlines nicht aufgehoben wird.
Gott sei Dank haben wir noch unsere Hotelzimmer. Die Stimmung in der Gruppe ist gut, wir sind wohlauf und hoffen weiterhin auf das „Wunder“ Johannesburg bald verlassen zu können.

Die Zeit verbringen wir mit Karten spielen, Sudoko lösen, ein paar Stunden (leider hat es zu regnen begonnen) im Liegestuhl an der Sonne und viel lesen. Einige fuhren mit dem Hotelshuttle zum nahe gelegenen Flughafen um sich Zigaretten, Lesestoff und Souveniers für die bevorstehende Weltmeisterschaft zu besorgen.

Um 14.00 Uhr nächste Lagerbesprechung – leider keine besseren Neuigkeiten. Ab 14.30 Uhr warten wir auf den Konsul der Österreichischen Botschaft in Pretoria. Um 15.00 Uhr warten wir immer noch, nach 15.30 Uhr ist er dann endlich da.
Da fällt mir ein guter Spruch ein: Wir in Europa haben die Uhr – die hier in Südafrika die Zeit!

Wir freuen uns den Konsul zu sehen und viele Fragen werden gestellt. Wir bekommen von ihm erklärt, wie die Österreichische Botschaft helfen kann: z.B. bei finanziellen Schwierigkeiten.
Irgendwie aber haben wir das Gefühl, so richtig helfen können die uns auch nicht.
Die Situation ist leider so schlimm, in dieser Form noch nie dagewesen und immerhin sind mehrere10.000 Leute in der selben Situation wie wir. Die Mitteilungen von den Airlines ändern sich auch stündlich.
Lufthansa fliegt heute um 18.55 Uhr – leider ohne uns.

Wir lassen uns aber die Hoffnung nicht nehmen. Diese Situation bringt uns noch näher zusammen. Gott sei Dank herrscht in unserer Gruppe ein wunderbarer Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe.
Wir treffen uns morgen wieder beim Frühstück und anschließend zu einem neuen Treffen um 10.00 Uhr.
Beten wir zu Gott, dass sich die Situation über Nacht verbessert.
Morgen ist ein neuer Tag - eine neue Hoffnung!

Franz Obererlacher

Montag, 19. April 2010

Tag 12
19. April 2010
Johannesburg – Seweto

Das Frühstück war wie immer ausgiebig und reichhaltig. Die Ambiente im Hotel ist sehr schön, man fühlt sich fast wie am Flughafen: Umgeben von Flugzeugenteilen und die „Flieger“ vom Speisesaal aus fast greifbar.
Leider aber kein "Flieger", der uns nach Wien retour bringt. Aber wir lassen die Köpfe nicht hängen, wir müssen Geduld haben und das Beste aus dieser Situation machen.

Nach einer kurzen Besprechung wird beschlossen, eine Stadtrundfahrt nach Johannesburg zu organisieren und auch nach Soweto zu fahren.
Um 12.15 brechen wir mit 3 Minibussen auf auf.
Johannesburg hat 3.3 Millionen Einwohner, hat ein angenehmes Klima, da es auf einer Höhe von 1752 m liegt.
Die erste Station ist der imposante Platz mit der Statue von Mahatma Gandhi.
Hier befindet sich aus das höchste Gebäude Afrikas mit einer Höhe von 146 m und 50 Stockwerken.


Unsere nächste Station ist Soweto (Abkürzung für South West Township). Hier machen wir einen Fotostopp um ein altes still gelegtes Kraftwerk, dessen Türme bunt bemalt sind, zu besichtigen.
In Soweto gibt es 3 Bevölkerungsschichten: reich, mittel und arm.
Das macht sich auch in der Architektur der Häuser bemerkbar. Es gibt hier viele der sogenannten Matchboxhäuser. Die, wegen ihrer Bauweise so benannten Häuser, wurden unter der Regierung von Mandela der armen Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt, mit dem Ziel, sie von den Blechhütten und Holzbaracken raus zu bekommen.
Trotz allen Bemühungen sieht man diese ärmlichen Hütten immer wieder.

Vorbei am Geburtshaus von Desmond Tutu erreichen wir jenes Haus in Seweto, in dem Nelson Mandela kurze Zeit verbrachte bevor er lebenslänglich auf Robben Island eingesperrt wurde. Er lebte hier während der Apartheid mit seiner Frau Winnie. Umgebaut in ein Museum, sieht man hier wie sie gelebt haben und man erfährt interessante Ereignisse aus seinem Leben.
Abschließend besuche wir noch das Pieterson Museum, wo der blutige Weg der schwarzen Bevölkerung in die Freiheit ausdrucksvoll noch einmal dargestellt wird.

Auf der Rückfahrt zum Hotel machen wir noch Halt um das größte Stadion des Landes in der untergehenden Sonne auf Fotos und Filmen festzuhalten.
Dieses Stadion fasst 95000 Besucher und ist für das Eröffnungs- und Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft 2010 umgebaut worden.



Hermann Kronsteiner

Sonntag, 18. April 2010

Tag 11
18. April 2010
Rückfahrt nach Johannesburg

Hallo unsere lieben Freunde!
Heute haben wir gut ausgeschlafen und sind um 10.00 Uhr nach einem gemütlichen Frühstück abgereist.
Es geht zurück nach Johannesburg, vorbei an orangeblühenden Tulpenbäumen, an den runden Lehmhütten der Swasis und man denkt an die armen Kinder der Kindertagesstätte, die unter einem Baum ohne Wasser unterrichtet und versorgt werden.
All diese Frauen, die die Kinder versorgen sind zu bewundern und man überlegt, was man noch unternehmen – welche Projekte man starten könnte, um diese Umstände rascher bessern zu können. Wir müssen helfen!



Nun haben wir den Grenzübergang nach Südafrika passiert und haben heute das Mittagessen bei einer Raststation.
Ingrid, unsere Reiseleiterin, unterhält uns mit ihren netten Geschichten und wir können immer wieder mit ihr lachen.
Elon chauffiert uns sicher und ruhig bis nach Johannesburg, das uns mit einem kurzen Regenschauer begrüßt.

Wir kommen gegen 17.00 Uhr am Flughafen in Johannesburg an und Ingrid und Elfi klären die Lage unserer Weiterreise ab. Danach geht es in unser Hotel Protea O.R. Tomba weil wir unsere Heimreise etwas verschieben müssen.
Der Vulkanausbruch auf Island hat den gesamten Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Den ganzen Tag hatten wir noch gehofft, dass es vielleicht doch Alternativen geben könnte, aber jetzt ist es sicher: Wir sitzen fest, doch es wurde alles ganz toll organisiert.




Wir haben ein schönes Hotelzimmer, Abendessen, wir sind alle gesund, unsere Gruppe ist toll und harmonisch. Schön, dass wir diese Menschen kennen lernen durften.
Heute Abend sind wir zusammen gesessen und haben unsere Reise und unsere Eindrücke noch mal Revue passieren lassen.

Wir wünschen uns alle einen baldigen und sicher Rückflug und möchten euch allen auf dem Weg mitgeben:
Jedes Lächeln, dass du aussendest, kehrt zu dir zurück!

Monja und Wolfgang Mayer


Nach den Erlebnissen der letzten Tage kann uns die Verschiebung offensichtlich nicht aufregen. Ein Schlückchen österreichischer Schnaps trug vielleicht auch zur Beruhigung mancher Gemüter bei.
Unser gemeinsames Zusammenkommen nach dem Abendessen – berührend und emotional – wo schon so manche Idee für zusätzliche Hilfe entstand.

Man sieht mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!
Antoine de St.-Exypery

Melanie Leidinger