Montag, 26. April 2010

Tag 17
24. April 2010
Gelandet!

Samstag,19.10 Uhr Landung der letzten 21 ReiseteilnehmerInnen auf dem Flughafen Wien-Schwechat, wo wir von einigen der ReiseteilnehmerInnen, die schon früher ankamen, sowie von einigen Mitarbeiterinnen von World Vision und der Geschäftsführerin von World Vision Österreich, Fr. Amanda Platzer, empfangen wurden.
Ein herrliches Gefühl, wieder den Heimatboden unter den Füßen zu spüren.

Ein herzliches Danke an alle TeilnehmerInnen dieser Reise. Die Geduld, Ausdauer, das Miteinander haben uns noch mehr zusammengebracht.

Wir haben Freunde besucht, neue Freunde gefunden, viele Eindrücke gesammelt, vieles erlebt und viel an Unterstützung erfahren. All das macht diese Patenreise unvergesslich und wunderschön.
Wir wissen auch, dass wir glücklich sein können, in Österreich geboren zu sein und hier zu leben. Wir kommen zurück mit der moralischen Verpflichtung weiterhin all jenen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

Elfi Schattauer

Tag 16
23. April 2010
Johannesburg - Flughafen

Juhu! Alle kommen weg.
Einige von uns werden auf dem Lufthansa Flug nach Frankfurt und Anschlussflug nach Wien gebucht.
Die Hoffnung, den Rest der Gruppe auf den SAA Sonderflug von Johannesburg nach London zu buchen ist sehr groß und einer nach dem anderen bekommt sein Ticket.
Dann heißt es plötzlich wieder: „Sorry, plane full up!“
18 Personen konnten wir einchecken, drei Reiseteilnehmer stehen noch in der Warteschlange und es geht nichts mehr.
Einerseits herrscht Freude über die bevorstehende Heimreise, andererseits Trauer, dass noch immer einige keinen Platz im Flugzeug bekommen haben.

Der Abschied von der Gruppe ist herzlich und tränenreich.

Die Hoffnung besteht aber bis zum Schluss! Vielleicht schaffen wir es doch, die restlichen 3 Gruppenmitglieder auf Standby auf den Lufthansa Flug zu buchen.
Wie durch ein Wunder erfahren wir dann von der SAA, dass es dann doch möglich ist, diese 3 Personen noch zusätzlich einzubuchen.
Die Überraschung und Freude beim Treffen mit den Anderen im Duty Free ist riesengroß.

Österreich wir kommen!
Nach 11 Stunden Flug erreichen wir Heathrow Airport. Wir sind wieder in Europa.
Nach einigen Unklarheiten halten wir endlich unsere Flugtickets für Wien in der Hand.






Zurück in Österreich

Nach aufregenden 17 Tagen in Südafrika und Swasiland sind am vergangenen Samstag nun auch die letzten Reisenden der diesjährigen Patenreise wieder in Wien angekommen.

Ein Reisebericht von den letzten Tagen in Johannesburg wird in den kommenden Tagen an dieser Stelle folgen.

Freitag, 23. April 2010

Noch immer "gestrandet"

Tag 15
22. April 2010
Johannesburg

Noch immer "gestrandet"

Gleich in der Früh bezahlen wir an der Rezeption unsere Hotelrechnung. Schließlich wollen wir ja – wenn es so weit ist – schnell losstarten. Elfi hat sich schon zeitig auf den Weg zum Flughafen gemacht. Zu Mittag ruft sie uns im Hotel an: Wir starten den Versuch, heute in eine Maschine Richtung nach Hause zu kommen.

In Windeseile stürmen wir in die Zimmer, holen unsere Koffer und fahren mit einigen mit Gepäck und Menschen bis zum Rande vollgestopften Kleinbussen zum Flughafen. Dort begrüßen uns lange Schlangen vor den Check-In-Schaltern. Die erfolgsversprechende Schlange ist erstmals leider nur für jene Passagiere bestimmt, die ursprünglich am 16. und 17. April abfliegen wollten.

Elfi gelingt es aufgrund von beinharten Verhandlungen am Flughafen – und mit Unterstützung unseres Reisebüros – insgesamt 13 Gruppenmitgliedern Sitze im eingeschobenen Abendflug zu sichern. Alle freuen sich!

Die Chancen für die restliche Gruppe stehen schlecht, weil wir sehen können, dass laut Reisedatum noch viele vor uns drankommen.
Das Flugzeug ist dann auch bald voll. Aber die Hoffnung lebt wieder auf, als wir hören, dass ein größerer Jumbojet mit mehr Sitzen eingesetzt wird.

Die restlichen Reisenden vom 17. April checken ein. Die Spannung steigt. Sind wir dabei, wenn die ersten Passagiere mit am 18.04. leider gestrichenem Abflug an die Reihe kommen?
Erst werden Frauen mit Kindern sowie ältere Personen aufgerufen. Wir sehen aber anscheinend noch alle so frisch und jugendlich aus, dass sogar unsere älteren Reisemitglieder – immerhin gibt es welche über 60 – zurückgeschickt werden. Und leider kommt auch schon bald die Durchsage, dass es keine freien Plätze mehr gibt.

Und so nehmen wir mit einem lachenden und weinendem Auge und mit den besten Glückwünschen für die Reise Abschied von unseren 13 Gruppenmitgliedern, die heute abfliegen. Müde und erschöpft vom langen Anstellen am Flughafen, aber trotzdem guten Mutes, fahren wir zurück in unser Hotel.

Zum Abschluss noch eine gute Nachricht: Die beiden Damen, die wir gestern zum Glück schon außertourlich einchecken konnten, sind wohlbehalten in Wien angelangt. Wir sind erleichtert!

Liebe Freunde zu Hause, haltet uns die Daumen für morgen und wir halten auf alle Fälle die Ohren steif!

Monika Nnamdi

Donnerstag, 22. April 2010

Gestrandet

Tag 14
21. April 2010
Johannesburg

„Gestrandet“
Noch im Bett um 7.30 Uhr – Griff zur Fernbedienung. CNN berichtet, London Heathrow offen! Good News!
Schnell zum Frühstück, um mit den anderen zu redden: “Kommen wir heute weg?”
Um 10.00 Uhr trifft sich die Gruppe zum Meeting an der Hotelbar. Der Blick auf die Airlines, die am nahen Flughafen zu sehen sind, lassen uns hoffen – vielleicht bringt uns ja eine von diesen nach Hause. Die Herzen schlagen höher, es sieht gut aus.
Elfi spricht zur „Lage der Nation“, London offen, Frankfurt gesperrt. Die Nachrichten überschlagen sich, bestätigt ist aber nichts.
Ca. 3.500 Menschen sollen nur in Südafrika festsitzen. Es herrscht Chaos auf dem Flughafen.

Um das Warten zu verkürzen, ist kurzerhand eine Besichtigung in das „Gold Reef City“ organisiert worden. 12 Personen nehmen daran teil – der Rest bleibt im Hotel bzw. fährt zum Flughafen um die Lage zu checken und was einzukaufen.

Diejenigen von uns, die aus dem Bankomat kein Geld mehr erhalten, haben sich um die Mittagszeit aufgemacht nach Gold Reef City. Das „dreckige Dutzend“ versuchte sein Glück um Geld für eine Hand voll Dollars zu schürfen. Die Erwartungen waren hoch – zu hoch.
Gold Reef City entpuppte sich als ein Themenpark der an Disneyland erinnerte, wäre da nicht die reale Mine, die 1906 eröffnet und 1977 wegen Unrentabilität wieder geschlossen wurde. Wir fuhren mit einem Korb (der bei uns sogar für Fensterputzer verboten wäre) über 220 Meter tief in den Schacht um in einem Stollen den Alltag der Minenarbeiter zu sehen. Die Grube hat eine maximale Tiefe von über 3.700 m und es benötigte früher zwei Stunden um nach unten zu kommen und zwei Stunden nach oben. Dazwischen lagen acht Stunden harter Arbeit. Selbstverständlich wurden die Arbeiter (zumeist Schwarze) nur für acht Stunden bezahlt…
Wieder oben angekommen war es eine Erleichterung für alle. Statt Gold fanden wir Katzengold am Ausgang – und das hätten wir kaufen müssen. Jetzt wissen wir woher der Name Gold Reef City kommt. Nicht reich aber um eine Erfahrung reicher, fahren wir wieder zum Hotel zurück.

Die Ausflügler kommen gegen 15.30 Uhr retour und erkundigen sich sofort nach Neuigkeiten. Die gibt es tatsächlich. 2 Frauen aus unserer Gruppe, die gesundheitlich ein bisschen angeschlagen sind, werden mit der 18.00 Uhr Sondermaschine nach London geflogen.
JUHU! Elfi begleitet sie, bis sie im Flugzeug sitzen und lässt uns alle in eine Liste eintragen, nach der die nächsten Sondermaschinen belegt werden sollen.

In der Hotellobby treffen wir uns um 16.00 Uhr zu einem neuerlichen Meeting. Gespanntes Warten auf Elfi. Es sind noch Sportliche unter uns, die die Zeit im Fitnessstudio nützen.

Die Neugierde geht soweit, dass schon eine Teilnehmerin das Pendel herausholt uns uns sagt, dass wir am Freitag heimkommen.

Elfi kommt uns sagt uns, dass die Hoffnung besteht, morgen auf den Flieger zu kommen. Wir sollen heute unsere Koffer packen, damit wir morgen rasch auschecken können – so der Plan.
Um 7.00 Uhr fährt Elfi wieder zum Flughafen, dann wissen wir mehr.
Dann gibt es eine gute und (hoffentlich letzte) Nacht in Südafrika.

Herwig Jost
Walter Schattauer

Dienstag, 20. April 2010

Tag 13
20. April 2010
Johannesburg

Gestärkt und voller Hoffnung treffen wir uns um 10.00 Uhr im Aufenthaltsraum unseres Hotels.
Pünktlich erscheint auch unsere World Vision Gruppenleiterin Elfi Schattauer, etwas müde von den letzten Stunden, den neuesten, leider nicht so positiven Nachrichten, den vielen Telefonaten und vielen versandten Emails an wichtige Ansprechpersonen in Österreich.
Elfi gibt uns Mut. An dieser Stelle möchte ich im Namen aller unserer World Vision TeilnehmerInnen Elfi für ihr positives Engagement und ihren Einsatz danke sagen.

Leider sind noch viele Flughäfen gesperrt, leider fliegt auch South African Airways noch nicht nach Europa.
Für viele von uns unverständlich, warum die Landeerlaubnis für Wien für die unterschiedlichen Airlines nicht aufgehoben wird.
Gott sei Dank haben wir noch unsere Hotelzimmer. Die Stimmung in der Gruppe ist gut, wir sind wohlauf und hoffen weiterhin auf das „Wunder“ Johannesburg bald verlassen zu können.

Die Zeit verbringen wir mit Karten spielen, Sudoko lösen, ein paar Stunden (leider hat es zu regnen begonnen) im Liegestuhl an der Sonne und viel lesen. Einige fuhren mit dem Hotelshuttle zum nahe gelegenen Flughafen um sich Zigaretten, Lesestoff und Souveniers für die bevorstehende Weltmeisterschaft zu besorgen.

Um 14.00 Uhr nächste Lagerbesprechung – leider keine besseren Neuigkeiten. Ab 14.30 Uhr warten wir auf den Konsul der Österreichischen Botschaft in Pretoria. Um 15.00 Uhr warten wir immer noch, nach 15.30 Uhr ist er dann endlich da.
Da fällt mir ein guter Spruch ein: Wir in Europa haben die Uhr – die hier in Südafrika die Zeit!

Wir freuen uns den Konsul zu sehen und viele Fragen werden gestellt. Wir bekommen von ihm erklärt, wie die Österreichische Botschaft helfen kann: z.B. bei finanziellen Schwierigkeiten.
Irgendwie aber haben wir das Gefühl, so richtig helfen können die uns auch nicht.
Die Situation ist leider so schlimm, in dieser Form noch nie dagewesen und immerhin sind mehrere10.000 Leute in der selben Situation wie wir. Die Mitteilungen von den Airlines ändern sich auch stündlich.
Lufthansa fliegt heute um 18.55 Uhr – leider ohne uns.

Wir lassen uns aber die Hoffnung nicht nehmen. Diese Situation bringt uns noch näher zusammen. Gott sei Dank herrscht in unserer Gruppe ein wunderbarer Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe.
Wir treffen uns morgen wieder beim Frühstück und anschließend zu einem neuen Treffen um 10.00 Uhr.
Beten wir zu Gott, dass sich die Situation über Nacht verbessert.
Morgen ist ein neuer Tag - eine neue Hoffnung!

Franz Obererlacher

Montag, 19. April 2010

Tag 12
19. April 2010
Johannesburg – Seweto

Das Frühstück war wie immer ausgiebig und reichhaltig. Die Ambiente im Hotel ist sehr schön, man fühlt sich fast wie am Flughafen: Umgeben von Flugzeugenteilen und die „Flieger“ vom Speisesaal aus fast greifbar.
Leider aber kein "Flieger", der uns nach Wien retour bringt. Aber wir lassen die Köpfe nicht hängen, wir müssen Geduld haben und das Beste aus dieser Situation machen.

Nach einer kurzen Besprechung wird beschlossen, eine Stadtrundfahrt nach Johannesburg zu organisieren und auch nach Soweto zu fahren.
Um 12.15 brechen wir mit 3 Minibussen auf auf.
Johannesburg hat 3.3 Millionen Einwohner, hat ein angenehmes Klima, da es auf einer Höhe von 1752 m liegt.
Die erste Station ist der imposante Platz mit der Statue von Mahatma Gandhi.
Hier befindet sich aus das höchste Gebäude Afrikas mit einer Höhe von 146 m und 50 Stockwerken.


Unsere nächste Station ist Soweto (Abkürzung für South West Township). Hier machen wir einen Fotostopp um ein altes still gelegtes Kraftwerk, dessen Türme bunt bemalt sind, zu besichtigen.
In Soweto gibt es 3 Bevölkerungsschichten: reich, mittel und arm.
Das macht sich auch in der Architektur der Häuser bemerkbar. Es gibt hier viele der sogenannten Matchboxhäuser. Die, wegen ihrer Bauweise so benannten Häuser, wurden unter der Regierung von Mandela der armen Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt, mit dem Ziel, sie von den Blechhütten und Holzbaracken raus zu bekommen.
Trotz allen Bemühungen sieht man diese ärmlichen Hütten immer wieder.

Vorbei am Geburtshaus von Desmond Tutu erreichen wir jenes Haus in Seweto, in dem Nelson Mandela kurze Zeit verbrachte bevor er lebenslänglich auf Robben Island eingesperrt wurde. Er lebte hier während der Apartheid mit seiner Frau Winnie. Umgebaut in ein Museum, sieht man hier wie sie gelebt haben und man erfährt interessante Ereignisse aus seinem Leben.
Abschließend besuche wir noch das Pieterson Museum, wo der blutige Weg der schwarzen Bevölkerung in die Freiheit ausdrucksvoll noch einmal dargestellt wird.

Auf der Rückfahrt zum Hotel machen wir noch Halt um das größte Stadion des Landes in der untergehenden Sonne auf Fotos und Filmen festzuhalten.
Dieses Stadion fasst 95000 Besucher und ist für das Eröffnungs- und Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft 2010 umgebaut worden.



Hermann Kronsteiner

Sonntag, 18. April 2010

Tag 11
18. April 2010
Rückfahrt nach Johannesburg

Hallo unsere lieben Freunde!
Heute haben wir gut ausgeschlafen und sind um 10.00 Uhr nach einem gemütlichen Frühstück abgereist.
Es geht zurück nach Johannesburg, vorbei an orangeblühenden Tulpenbäumen, an den runden Lehmhütten der Swasis und man denkt an die armen Kinder der Kindertagesstätte, die unter einem Baum ohne Wasser unterrichtet und versorgt werden.
All diese Frauen, die die Kinder versorgen sind zu bewundern und man überlegt, was man noch unternehmen – welche Projekte man starten könnte, um diese Umstände rascher bessern zu können. Wir müssen helfen!



Nun haben wir den Grenzübergang nach Südafrika passiert und haben heute das Mittagessen bei einer Raststation.
Ingrid, unsere Reiseleiterin, unterhält uns mit ihren netten Geschichten und wir können immer wieder mit ihr lachen.
Elon chauffiert uns sicher und ruhig bis nach Johannesburg, das uns mit einem kurzen Regenschauer begrüßt.

Wir kommen gegen 17.00 Uhr am Flughafen in Johannesburg an und Ingrid und Elfi klären die Lage unserer Weiterreise ab. Danach geht es in unser Hotel Protea O.R. Tomba weil wir unsere Heimreise etwas verschieben müssen.
Der Vulkanausbruch auf Island hat den gesamten Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Den ganzen Tag hatten wir noch gehofft, dass es vielleicht doch Alternativen geben könnte, aber jetzt ist es sicher: Wir sitzen fest, doch es wurde alles ganz toll organisiert.




Wir haben ein schönes Hotelzimmer, Abendessen, wir sind alle gesund, unsere Gruppe ist toll und harmonisch. Schön, dass wir diese Menschen kennen lernen durften.
Heute Abend sind wir zusammen gesessen und haben unsere Reise und unsere Eindrücke noch mal Revue passieren lassen.

Wir wünschen uns alle einen baldigen und sicher Rückflug und möchten euch allen auf dem Weg mitgeben:
Jedes Lächeln, dass du aussendest, kehrt zu dir zurück!

Monja und Wolfgang Mayer


Nach den Erlebnissen der letzten Tage kann uns die Verschiebung offensichtlich nicht aufregen. Ein Schlückchen österreichischer Schnaps trug vielleicht auch zur Beruhigung mancher Gemüter bei.
Unser gemeinsames Zusammenkommen nach dem Abendessen – berührend und emotional – wo schon so manche Idee für zusätzliche Hilfe entstand.

Man sieht mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!
Antoine de St.-Exypery

Melanie Leidinger
KURZMITTEILUNG AUS SÜDAFRIKA

Leider sind noch immer alle Flughäfen gesperrt. Gemeinsam mit World Vision in Österreich versuchen wir Lösungen für unsere Heimkehr zu finden.
Heute schlafen wir in Johannesburg.
Nach den letzten Mitteilungen sperrt London erst Dienstag um 19.00 Uhr auf.
Stimmung in der Gruppe sehr gut - viel Verständnis für die Situation.

Elfi Schattauer
Tag 10
17. April 2010
Projektbesuch Lubulini

Wir könnten zum heutigen Tag einen normalen Reisebericht schreiben: Dann würden wir erzählen, dass wir von 7.15 Uhr bis 20.45 Uhr im Regionalentwicklungsprojekt Lubulini unterwegs waren und dabei von Francis, dem Leiter des Projektgebiets, und seinen MitarbeiterInnen begleitet wurden. Wir hörten von den Schwerpunkten der Arbeit von World Vision in Lubulini, das sind Nahrungsmittelversorgung, Wasser/Hygiene sowie HIV/Aids. Seit 2005 ist World Vision in Lubulini für knapp 20.000 Menschen (überwiegend Kinder und Jugendliche) aktiv.

Wir besichtigten auch einen jener acht Brunnen, die durch eine Sonderspende nach der letzten PatInnenreise nach Swasiland im Jahr 2008 finanziert wurden und nun für 55 Haushalte sauberes Wasser liefert.
Ein Teil der Gruppe besuchte danach eine Schule, die knapp 10 km von der Hauptstraße entfernt war. Aufgrund eines plötzlichen Regenfalls am Abend davor waren die Straßen schlammig und mit dem Bus nicht mehr passierbar, sodass wir in Pickups umsteigen mussten, um zur Schule zu gelangen. Obwohl es Samstag war, kamen viele Kinder und ihre Lehrkräfte, sangen für uns, zeigten uns ihre Schule und freuten sich über die Geschenke (mehrere Tische und Sessel aus einer Sonderspende sowie Schulmaterialien und Bälle).


Dann trafen wir endlich mit unseren Patenkindern zusammen, die geduldig mehr als zwei Stunden auf uns warteten, weil wir aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse große Verspätung hatten. Nach einer Information von Francis über das Projektgebiet und die Arbeitsschwerpunkte durften die PatInnen endlich ihre Patenkinder sehen. Sie begrüßten uns mit einem Lied und hielten ihre Namensschilder hoch, bis sie von uns abgeholt wurden. In einem großen Zelt wurde (mit der Unterstützung von ProjektmitarbeiterInnen als DolmetscherInnen) geplaudert, gelacht, gegessen und gespielt. Die Kinder und deren Familienangehörige freuten sich über die Geschenke, die wir ihnen mitgebracht hatten. Viel zu schnell verging die Zeit und nach einem langen Abschied saßen wir wieder im Bus, um die nächsten Stationen zu besuchen.

In einer Kindertagesstätte für Waisenkinder – eigentlich ein Treffpunkt unter einem Baum mit einer offenen Kochstelle, denn es gab kein Gebäude – trafen wir rund 50 Kinder und ihre Betreuungs-personen. Wir wurden mit einem Lied und einem Tanz begrüßt und konnten erfahren, wie schwierig die Situation für Waisenkinder (insbesondere HIV/Aids-Waisen) und die Dorfgemeinschaft ist. Die kleinen Kinder werden von ihren älteren Geschwistern in der Früh zum Kindertreffpunkt gebracht und nach der Schule wieder abgeholt. Viele Jugendliche müssen nämlich die Rolle der Eltern einnehmen, wenn diese bereits verstorben sind. Tagsüber werden die Kleinen von Frauen aus dem Dorf betreut, die auch für sie kochen. Wir übergaben die Lebensmittel, die wir eingekauft hatten (Reis, Mehl, Bohnen, Karotten, Kürbisse, Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfel, Öl, Salz, Pfeffer).

Zum Schluss – es wurde bereits dunkel – trafen wir noch mit einer Gruppe zusammen, die Esel einsetzt, um Wasser von einer weit entfernten Wasserstelle zu holen. Wir wurden nicht nur von den Dorfältesten begrüßt, sondern auch vom Chief persönlich, was eine große Respektsbezeugung darstellt. Wir erfuhren, wie wichtig das Thema Wasser im täglichen Leben ist und wie groß der Bedarf nach wie vor ist.
Am späten Abend kamen wir müde und erschöpft wieder im Hotel an.


Wir könnten aber anstelle des Reiseberichts auch einfach nur unsere Eindrücke zum heutigen Tag schildern:

Trockenes Buschland, und mitten im Nirgendwo ein Brunnen: Frauen haben große 20-Liter-Kanister dabei, die sie mit sauberem Trinkwasser füllen. Eine Selbst-verständlichkeit für uns, jedoch nicht in Lubulini. Denn es gibt immer noch Wasserstellen, die Mensch und Tier gemeinsam nützen, doch dieses verschmutzte Wasser ist immer noch besser als Durst. Es ist schön für uns zu sehen, dass sich unser Engagement gelohnt hat. Auch wenn die VertreterInnen der Community sehr zurückhaltend sind, wird spürbar, wie wichtig dieser Brunnen für sie ist.

Auf einem kleinen Hügel in der Hitze der afrikanischen Sonne eine Schule: fröhliche Kinder in ihren Schulgewändern, die neugierig auf uns zukommen und für uns singen und tanzen. Trotz ihrer zerschlissenen Kleidung und der meist fehlenden Schuhe strahlen sie Freude aus. In den Schulklassen sitzen die Kinder ruhig und ernsthaft mit großen Augen an ihren Tischen. Sofern sie überhaupt Tische und Sessel haben, denn viele der Kunststoffsessel sind bereits kaputt, der Sitzteil ist gebrochen oder fehlt völlig, sodass die SchülerInnen auf dem Metallgestell sitzen müssen. Doch selbst das ist besser, als es die Kinder der 1. und 2. Klasse haben: Es ist erschütternd zu sehen, wie die Kleinen auf dem kalten und harten Betonboden knien, eng aneinandergekauert in den schmalen, dunklen Klassenzimmern, vor sich Holzsitzbänke, die allerdings als Tisch dienen müssen. Es ist für uns unvorstellbar, dass diese Kinder trotzdem gerne in die Schule gehen.

Der Höhepunkt des Tages: unser Treffen mit den Patenkindern. Laute Jubelrufe sind zu hören, strahlende Menschen strömen auf uns zu und begrüßen uns herzlich. Es sind die Angehörigen unserer Patenkinder, die sich über unser Kommen freuen. Und dann sehen wir die Kleinen: schüchterne Blicke, ein erstes, zartes Lächeln, ein sanfter Händedruck. Beim Plaudern mit den Kindern und ihren Familienangehörigen sind Interesse, bescheidene Zurückhaltung und Respekt vor uns sichtbar. Wir erzählen über Österreich und wie wir leben und erfahren, dass die Kleinen oft 5 bis 7 km in die Schule gehen und die Größeren schwere 20-Liter-Wasserkanister auf ihrem Kopf nach Hause tragen. Sie klagen nicht, spürbar sind nur Freude und Dankbarkeit. Aber auch das Erstaunen, dass es Menschen in einem fernen Land gibt, denen sie etwas bedeuten und die sie mögen, ohne sie zu kennen. Die Stimmung ist wie bei einem gemütlichen Familienfest an einem strahlend schönen Samstag Nachmittag mit Gästen aus dem fernen Österreich. Wir haben unsere Patenkinder beschenkt, und zugleich haben wir noch mehr Geschenke erhalten: große, strahlende Kinderaugen, Freude beim gemeinsamen Spielen, das vorsichtige Ergreifen und Drücken unserer Hände, eine innige und herzergreifende Umarmung. Es ist unglaublich, wie glücklich und zufrieden diese Menschen in ihrem bescheidenen Umfeld leben.

Es geht weiter zu einer Kindertagesstätte: Wir haben ein gemauertes Haus erwartet, in dem die kleinen Waisenkinder den Tag verbringen können und eine warme Mahlzeit erhalten, bevor sie wieder allein oder mit ihren größeren Geschwistern in ihre Wohnhütte gehen. Doch wir halten vergeblich Ausschau nach einem Haus. Rund 50 Kinder und einige Frauen der Dorfgemeinschaft finden sich unter einem Baum zusammen. Es wird auf einer offenen Feuerstelle gekocht, rundherum ein Windschutz aus Wellblech. Die kleinen Kinder freuen sich riesig über unsere Bälle und toben beim gemeinsamen Ballspiel umher, andere laufen und springen den Luftballons hinterher. Ein etwa sechsjähriges Mädchen – in einem zerschlissenen Kittel und barfuss – trägt den kleinen Bruder auf dem Arm, ein anderer Kleiner stolpert umher und weint herzzerreißend. Viele große Kinderaugen sehen uns mit einer Hoffnungslosigkeit und Ernsthaftigkeit an, die so gar nicht zum Alter der Kleinen passen mag. Unter dem Baum sitzt einsam und allein ein junger Bursch, er ist blind und kann daher nicht einmal Lesen und Schreiben lernen. Gott sei Dank regnet es heute nicht, sonst könnten die Kinder nicht zum Treffpunkt kommen und hätten auch nichts zu essen. Die Frauen stehen am Rand der Gruppe und blicken ernst. Die geduldige Ausdauer der Frauen, das Beste aus ihrem Leben und dem Schicksal der Waisenkinder zu machen, ist greifbar. Als wir ihnen die Lebensmittel, die wir gekauft haben, überreichen, steigen Tränen in ihre Augen und sie umarmen uns innig. Eine Brücke zwischen Menschen, die unterschiedlicher nicht leben können, ist so schnell gebaut – durch Achtsamkeit und Menschlichkeit.

Es wird schon dunkel, als wir mit einigen Dorfältesten bei ihrem Gemeindehaus zusammentreffen. Ein alter Mann mit ernstem Blick, auf seinen Stock gestützt, geht den Hügel herauf und setzt sich zu uns. Es ist der Chief, und sein Kommen zeigt seinen Respekt und seine Wertschätzung uns gegenüber. Selbst in der kurzen Zeit unseres Besuchs spüren wir die Herzlichkeit der Swazis, ihre Freude über unser Interesse und die Hoffnung auf Hilfe durch World Vision.

Unser Projektbesuch ist zu Ende. Doch das fröhliche Lachen der Kinder, zugleich ihre traurigen Augen, die bescheidene Hoffnung der Frauen und der vorsichtige Wunsch der Männer auf Unterstützung begleiten uns nach Hause.

Judith und Gerhard Brunner

Samstag, 17. April 2010

Kurzmitteilung aus Swasiland:

Den TeilnehmerInnen der Patenreise geht es sehr gut. Wir reisen morgen (Sonntag) nach Johannesburg, mit der Hoffnung, dass unser Flug planmäßig abhebt.
Derzeit haben auch wir keine konkreten Informationen.

Kolleginnen aus unserem Büro von World Vision Österreich werden am Montag mit den Angehörigen Kontakt aufnehmen, um weitere Informationen weiter zu leiten.

Elfi Schattauer

Freitag, 16. April 2010

Tag 9
16. April 2010
Projektbesuch Gilgal

Um 7.15 Uhr herrscht in der Hotelhalle schon spürbare Aufregung unserer Gruppe vor dem 1. Patentreffen in Gilgal. Einige Männer sind schon eifrig am Aufblasen der Fußbälle für unsere Patenkinder. Die (anderen) mitgebrachten Geschenke wurden frühmorgens im Bus verstaut.



Mit dem Bus fuhren wir um 7.30 Uhr los. Von der gepflegten, noblen Hotelanlage sind es nur wenige Kilometer bis in die echt armselige Wirklichkeit von Swasiland.
Die Fahrt über befestigte Strassen führt durch eine liebliche Landschaft mit grünen Hügeln und Bergen. Nach ca. 1. Stunde erreichen wir das Gebiet von Gilgal.
Erster Eindrücke waren:
Weniger Autos, mehr Fußgänger, viel Schmutz. Holprige Strassen, Ziegen, Kühe, Hühner, Sand- und Schotterwege. Kleine Siedlungen, weit verstreute Häuser, typisch vereinzelte runde Lehmhütten mit Strohdächern. Kleine Obst und Gemüsestände neben den Straßen, sow die verarmten Menschen Geld verdienen (können?)


Der Projektleiter von Gilgal, Wonderboy Khumalo, begleitete uns durch den heutigen Tag.
(Bedeutung Wonderboy: erfolgreich und populär, bei der Geburt hellhäutig).

Gilgal wurde 1999 gestartet, das voraussichtliche Projektende ist 2014.
In den 5 Gemeinden von Gilgal leben ca. 18.600 Menschen, davon sind ca. 12.000 Kinder.
Die 3 Schwerpunkte der Arbeit hier sind:
Nahrungsmittelsicherung, Einkommenserwirtschaftung, HIV-Aids (über 40% in Swasiland).

Um die Lebensumstände der Familien zu verbessern unterstützt World Vision viele kleine Projekte in dieser Region. Einen Teil davon konnten wir heute besichtigen.
Die 1. Station war die Besichtigung der Gärten, die der Nahrungsmittelsicherung dient. Sie werden von 17 Frauen und 2 Männern bewirtschaftet. Durch den schwer erwirtschafteten Ertrag werden ca. 100 Familien versorgt, der Rest wird am Markt verkauft. Für die Bewässerung wurde mit Hilfe von World Vision ein Wasserdamm errichtet.

Mit großer Spannung und Herzklopfen treffen wir um ca. 10.00 Uhr beim Feldbüro von World Vision ein.
In einem eigens aufgestellten Zelt warteten schon die Angehörigen der Kinder auf uns. Während der ausführlichen Begrüßungsrede durch Wonderboy wurde es im geschlossenen Zelt immer heißer und heißer. Unsere Elfi (Patenschaftsbetreuerin) drohte beim Dolmetschen langsam auszurinnen.
Endlich wurden die Seiten des Zeltes geöffnet und das lande Warten auf die Kinder hatte ein Ende.
Aus dem gegenüber liegenden Haus kamen unsere „Kinder“ in ihren schönsten Kleidern, um uns mit einem Kinderlied zu begrüßen. Zum Schluss hielt jedes Patenkind ein Blatt mit dem Namen der PatInnen in die Höhe.
Ein bewegender Moment für alle Beteiligten.
Die ersten Minuten der Begegnung waren noch etwas verhalten. Die Dolmetscherin stellte uns die Mutter von Thabia vor. Wir setzen uns gemeinsam an einen Platz um uns besser kennen zu lernen. Bei der Frage, ob er gerne Fußball spielt, kam sein erstes Lächeln über die Lippen. Über den mitgebrachten Fußball, sowie weitere Geschenke freuten sich Thabio und seine Mutter.

Unser Wunsch, das Patenkind persönlich kennen zu lernen ist in Erfüllung gegangen. Mit einem schönen Gefühl und den besten Wünschen für die Zukunft nahmen wir Abschied von Thabio und seiner Mutter.

Am Nachmittag standen zwei weitere Projekte zur Einkommens-erwirtschaftung auf dem Programm, 2 Frauenprojekte:

Näherei: 10 Frauen schneidern hier Schuluniformen für Kinder, Kleider, Babytragtaschen....
Mühle: Hier wird der selbst geerntete Mais aus der Region von 15 Frauen gemahlen.
Weiters stand noch ein Wasser- und Hygieneprojekt am Programm. Wir besichtigten das Pumphaus mit Brunnenanlage, womit ca. 187 Haushalte versorgt werden.



Als weiterer Schwerpunkt von World Vision haben wir in Gilgal eine Kindertagesstätte besucht. Her werden Waisenkinder von geschultem Personal betreut. Sie lernen zeichnen und zählen und werden so auf die Grundschule vorbereitet.

Am Nachmittag können Erwachsenen in dieser Tagesstätte Lesen und Schreiben erlernen.
HIV-Aids ist ein großes gesundheitliches Problem in Swasiland.

Daher hat im Projekt Gilgal eine Großmutter, deren Tochter an HIV-Aids verstorben ist, eine Selbsthilfegruppe gegründet.

Als freudiges Erlebnis des Besuches in der Kindertagesstätte wurden von unserer Gruppe die 5 vollbeladenen Einkaufswägen voller Nahrungsmittel übergeben.

Ein langer und erfüllter Tag, mit vielen besonderen Eindrücken geht zu Ende.
Wir sind in voller Erwartung auf den morgigen Tag in Lubulini und wünschen unsern restlichen PatInnen einen ebenso unvergessenen Tag.

Sigrid und Klaus Mlekusch
Franz Obererlacher

Der Satte tritt Honig mit Füßen, aber dem Hungrigen ist alles Bittere süß.

Aschewolke über Europa

Derzeit ist der Flugverkehr über Europa durch die Aschewolke des Vulkanausbruchs in Island stark beeinträchtigt.

World Vision ist bereits mit dem Reiseveranstalter der Patenreise in Kontakt um eine Lösung für den geplanten Rückflug am Sonntag zu finden.

Donnerstag, 15. April 2010

Tag 8
15. April 2010
Port Elizabeth – Johannesburg – Swasiland

Nachdem wir sechs traumhafte Urlaubstage verbracht hatten, besinnen wir uns auf den eigentlichen Grund unserer Reise: den Besuch bei unseren Patenkindern und deren Familien.
Wir mussten bereits um 4.45 Uhr aufstehen, da unser Flug von Port Elizabeth nach Johannesburg um 8.05 Uhr stattfand.
Am Flughafen in Port Elizabeth verabschiedeten wir uns von unserem Fahrer Steven, der die Heimreise nach Kapstadt alleine antreten musste.
Das Einchecken verlief fast problemlos, sieht man davon ab, dass das erste Messer, das als Geschenk dienen sollte und im Handgepäck war, leider die Stadt nicht verlassen durfte und eine Boarding Karte auch vom Flughafenpersonal nachgebracht wurde.


Wir hatten auch jede Menge als Handgepäck, da SA-Airlines sehr strikt mit den Kilos unseres Gepäcks war. Aber all die vielen Geschenke müssen ja nach Swasiland mitgenommen werden.

In Johannesburg wartete schon der Reisebus auf uns, der uns nach Swasiland bringt und auch die nächsten Tagen begleiten wird. Kurzer Mittagsstop im Landgut „The Corn & Cob“ (10.000 ha, Großteil wird mit Mais angebaut), wo wir auch eine Ndebele-Anlage besichtigen konnten.
Die Einreise nach Swasiland nahm etwas mehr als erwartet von unserer „wertvollen“ Zeit in Anspruch. Wir mussten in 10er Gruppen und mit einem „Gruppenverantwortlichen“ gemeinsame zum Schalter gehen: „Andere Länder – andere Sitten“….
Aber auch diese Hürde meisterten wir, besuchten noch kurz nach der Grenze noch eine Glasfabrik. und kamen um ca. 17.30 Uhr in unserem Hotel Lugogo Sun in Mbhane. Dieses Hotel liegt im „Tal des Himmels“.
Zuvor hatten wir noch schnell vor Ladenschluss einige kräftige Männer beim Supermarkt abgesetzt und da ist unser Busfahrer Elon auch noch gegen die Einbahn gefahren, damit wir ein wenig Zeit gewinnen.
Wie bereits vor der Reise vor 2 Jahren wurde wieder Geld gesammelt. Dieses Mal kam die wirklich stolze Summe von € 4.750,-- Rand zusammen = ca. € 400,--)!!! und es wurden Lebensmittel und Obst für 2 Kindertagesstätten für Waisenkinder gekauft.
Insgesamt 10!!! Einkaufswagen konnten gefüllt werden. Ein großes DANKE SCHÖN an ALLE ReiseteilnehmerInnen.

Am Abend hatten wir dann Besuch von Marco, Direktor von World Vision Swasiland, Sethembile Dlamini, Sponsorship Managerin und Wonderboy Khumalo, Manager des regionalen Entwicklungsprojektes Gilgal.
Wir lernten viel über Swasiland kennen, die Arbeit von World Vision, über den Ablauf des morgigen Tages, Verhaltensregeln beim Besuch des Patenkindes und vieles mehr.

Wir sind alle schon sehr gespannt und freuen uns schon sehr auf dieses Treffen.
Vollgepackt mit vielen Geschenken werden wir morgen früh um 7.15 losfahren.

Elfi Meyer
Doris Handig

Mittwoch, 14. April 2010

Tag 7
14. April 2010
Knysna – Port Elizabeth

6.00 Uhr Weckruf – 7.00 Uhr Frühstück - 8.00 Uhr Abfahrt

Das Frühstück begann mit einem Geburtstagsüberraschungsfest für Elfi. Eine Torte mit Sprühkerzen und die Tanzeinlage der „World Vision Tanzcompagny“ machten Elfi sprachlos vor Freude. Nach den Glückwunschbusserl ging es pünktlich um 8.00 Uhr vom Knysna Hollow Hotel zum Elephantenpark.
Kleine Ausstellung, kurzer Einführungsfilm und dann ging es zu den Elefanten (im Park gibt es insgesamt 12 Elefanten).
Diese haben wir dann gefüttert, über Ihre raue Haut gestreichelt und viele Fotos von und mit den Elefanten gemacht.


Weiter ging es zum Tsitsihammer Nationalpark um dort zu der über 77 m langen Hängebrücke zu gehen.



Auf dem Rückweg haben wir wieder, wie schon einmal auf der Reise wild lebende Paviane gesehen. Ein Erlebnis, von diesen Tieren nur 1-2 m entfernt zu stehen.
Unruhiges Meer, wunderschöne Berge und Landschaft rundherum.



Nach einem zügigen Mittagessen (wir waren wiederum ein bisschen spät dran) ging unsere Fahrt zum größten Gelbholzbaum Südafrikas ( 3m Durchmesser). Das Holz dieses Baumes wird für antiken Möbelbau verwendet.
Nachdem wir den Baum zweimal berührt haben – das bringt Glück – fuhren wir weiter nach Port Elizabeth.

Um 17.00 Uhr haben wir unseren lokalen Guide vom Hotel abgeholt um mit ihm gemeinsam in das älteste Township von Port Elizabeth zu fahren.






Port Elizabeth wurde 1^820 gegründet, hier leben 70% Schwarze, 20% Weiße, 9% Mischlinge und 1% Asiaten. Die größten Autofirmen Ford, VW und General Motors haben hier Autofabriken.

Im Township haben wir im Viertel New Brighton einen Eindruck davon bekommen, unter welchen Bedingungen viele Menschen leben müssen.
Als Nelson Mandela Präsident von Südafrika wurde, hat er versprochen für 1 Million arme Menschen Häuser bauen zu lassen. In diesem Viertel haben wir einige davon gesehen. Familien, die weniger als 1500 Rand ( ca. 150 Euro) pro Monat verdienen, haben Anspruch auf ein staatlich errichtetes Häuschen (2 Zimmer, Küche, Fliesswasser). Leider gibt es trotz alledem auch noch viele Menschen, die in Blechhütten leben.
Weiter ging es zum Red Location Museum (Apartheidsmuseum), welches 2004 eröffnet wurde.
In diesem Museum erfährt man viel über das Thema Apartheid, über die Menschen, die dafür gestorben sind ( Biko), aber auch darüber, wie es in der Gegenwart aussieht.


Das Abendessen war für uns in einem Shebeen (Lokal ohne Alkoholausschenklizenz) reserviert. Im Jeya`s Jazz Corner empfing uns eine traditionelle Tanzgruppe und das Buffet war mit typisch afrikanischen Speisen gedeckt (Brot, Maisbrei, Bohnen, Gemüse, Lammfleisch….)
Welch ein Spaß, den Abend mit den Einheimischen bei gemeinsamer Musik und Tanz zu beenden.
Einfach wieder ein toller Tag mit einem wunderbaren Abschluss.

Mirel Gharibo

Dienstag, 13. April 2010

Tag 6
13. April 2010
Oudtshoorn – Knysna

…..Wecker 6.30 Uhr, Koffer vor die Tür, Frühstück 7.30 Uhr, Koffer identifizieren 8.10Uhr, Abfahrt zum Buffelsdrift Game Lodge.
Die Suche nach einer Wolke am Himmel war erfolglos.

Was einige jedoch von uns gefunden haben, ist eine neue Betrachtungsweise über Gott. Abends zuvor, zunächst unauffällig mit Anzugshose und Hemd an der Hotelbar sitzend, dann Enthusiasmus, ja fast missionsartig agierend, versuchte uns ein Kapstädter seine Betrachtungsweise von Gott und der Welt mit Händen und Füßen einzutrichtern. Seine letzten Worte als wir uns um 0.30 Uhr zu Bett begaben.“Gott wird immer mit euch sein!“

Aber nun zu unserem Programm:
Die Buffelsdrift Game Lodge erstreckt sich auf ca. 3000 ha. Mit vier Jeeps, Ferngläsern und Fotoapparaten ausgestattet, ging es auf die Jagd nach den verschiedensten Tieren in diesem Areal. Während der Fahrt durch die wunderschöne, hügelige Landschaft begegneten uns Gnus, Springböcke, Antilopen (die größten in Afrika), Giraffen (45cm lange Zunge, 5500 Muskeln am Hals), Zebras, Nashörner, Flusspferde und Elefanten. Unsere Jeepfahrer erläuterten auch die verschiedensten Baum- und Pflanzarten wie z.B. Elefantenfruchtbaum oder die Karoo Akazien. Bei den Nashörnern und Elefanten konnten wir sogar auf einige wenige Meter heranfahren und fantastische Fotos machen.
Als Highlight gab es eine Einlage eines Elefantenbullen, der als Fotomodell tolle Figur machte.
Nach der fast zweistündigen Safarifahrt gab es im herrlichen Seerestaurant ein genüssliches Mittagessen, wo uns die Flusspferde vom anderen Ufer beobachteten.

Ein Detail am Rande: der einzige Platz beim Mittagessen, auf dem die Sonne sich austobte, war der, war der meinige (Verfasser dieses Tagesberichtes).
Die Flusspferde hatten es da viel gemütlicher. Nach einem kurzen Sonnenbad ließen sie sich wieder ins Wasser fallen und tauchten ab ins kühle Nass.

Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter zu den Kango Tropfsteinhöhlen, ein südafrikanisches Wahrzeichen. Diese Tropfsteinhöhle ist Afrikas größte, geführte Höhle und eines der sieben Wunder des südlichen Afrikas.
Sie entstanden vor 20 Millionen Jahren. Menschen besuchten die Höhle seit der Antike. Vor mehr als 80000 Jahren fanden hier Südafrikas erste Menschen Unterkunft, bevor 1780 die ersten niederländischen Kolonisten die Höhlen entdeckten.
Unsere 60 minütige Tour führte uns durch die sechs größten und spektakulärsten Hallen. Neben vielen Stalagniten und Stalagtiten und einigen Stalagnaten waren vor allem der „Afrikanische Trommelbaum“ und der „Große Konzertsaal“ die Highlights dieser Führung.
Für fast 30 Jahre wurde die größte Halle als Konzertsaal genutzt, welcher ca. 1300 Menschen Platz bot.
Als unsere Führerin die afrikanische Nationalhymne sang, lief es uns kalt über den Rücken.
Viele konnten sich vorstellen, wie schön diese Konzerte von 1964 – 1994 geklungen haben müssen.
Bei einer Temperatur von 19 Grad in der Höhle konnte man es aushalten. Aber als wir die Höhle wieder verließen, brannte die afrikanische Sonne mit 37 Grad auf unsere Köpfe.
Doch unser Busfahrer Steven wartete bereits mit dem klimatisierten Bus auf uns und wir setzten unsere Reise fort. Auf dem Weg nach Knysna passierten wir Lagunen und Seen.
Die letzten Kilometer ging es an der Küste entlang. Leider war die Aussicht vorerst durch die herrschenden Buschbrände auf den Berghängen um die Stadt George stark vernebelt.
Die Ankunft in der Knysna Hollow Lodge fand – wie so oft – mit einiger Verspätung statt (eine unserer Teilnehmerinnen hatte sich in einem Einkaufszentrum verirrt).


Als wir bei unserem – wie immer – gemütlichen Abendessen die letzten Tage Revue passieren liesen, fiel uns wieder ein, was unser Leben besser und lebenswerter macht:

„Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag,
doch niemals klug genug für den, der kommen mag“.

René Kollarits

Montag, 12. April 2010

Tag 5
12. April 2010
Franschhoek –Oudtschoorn

Bei der heutigen Etappe haben wir ca. 420 km zurückgelegt. Der heutige Tag war untypisch im Vergleich zu den letzten Tagen.
Der obligatorische Weckruf läutete uns erst um 7.00 Uhr aus den Betten. Nach einem ausführlichen Frühstück sind wir um 9.00 Uhr von Franschhoek abgefahren.
Unser Weg führte uns auf der Route 62 über Worcester durch den Hugenotten Tunnel, vorbei an Obst- (Birnen, Äpfel und Pfirsiche) und Weinplantagen. Weiter ging es nach Barrydale, wo wir unser Mittagessen im Restaurant Country Pumpkin einnehmen konnten.
Heute standen Quiche mit Spinat und Feta, Bobotie (Faschiertes) und Chicken Pie zur Auswahl.
Nach dem Essen blieb auch noch genügend Zeit um in den Souvenir Shops nach Andenken und Mitbringsel zu suchen.
Um 13.15 Uhr brachen wir dann zur letzten Etappe nach Oudtshoorn auf.
Auch die Vegetation hat sich in der Zwischenzeit verändert. Man sah herrliche Berglandschaften in roter Farbe, hervorgerufen durch den Eisengehalt. Die Obst-und Weinplantagen wiechen nun Büschen, Sträucher, Gräser und Kakteen.

Während der langen Busfahrt haben wir viele Informationen zu Land und Leute von Ingrid, unserer Reiseleiterin bekommen wie z.B. über das Schulsystem, politische Lage, usw.

Von Elfi haben wir gehört, welche Ziele World Vision verfolgt und wie diese Ziele umgesetzt werden. Es wurden auch viele Fragen der PatInnen beantwortet wie z.B. was bedeutet Patenschaft bei World Vision, Schwerpunke in der Arbeit von World Vision, Auswahl der Patenkinder, was passiert, wenn ein Projekt beendet wurde und vieles mehr.

Bei unserer Ankunft hatten wir 1 Stunde Zeit und dann begann unser Abendprogramm, dass um 16.30 Uhr startete.
Wir fuhren zu einer Straußenfarm. Während der Führung konnten erfuhren wir vieles über diese Tiere, sahen die Brutkästen, erlebten die Herstellung von Staubwedeln aus Straußenfedern, hielten Straußeneier in den Händen oder standen auf diesen.
Straußeneier können ein Gewicht von 120-240 kg aushalten.
Auf dem Strauß Willi wagten dann noch unsere Mutigen einen Ritt, bevor es zum Abschluss noch ein Wettrennen zwischen den 3 Straußen Ferrari, Speedy Gonzales und Hopeless gab.
Nach dem ganzen Wettfieber war es dann an der Zeit ans Abendessen zu denken und uns wurde ein herrliches Straußensteak serviert.

Retour im Hotel, wurden wir noch in die Welt der Sterne eingeführt. Durch ein Teleskop sahen wir ganz begeistert das Kreuz des Südens, Orion, den großen Hund, Sirius und Saturn.



Zum Abschluss kann ich nur sagen, dass es wieder ein informativer und spannender Tag war.

Claudia Marik


Wenn ich zur Welt komme, bin ich schwarz
Wenn ich aufwache, bin ich schwarz
Wenn ich krank bin, bin ich schwarz
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz
Wenn ich sterbe, bin ich schwarz

ABER DU

Wenn Du zur Welt kommst, bist du rosa
Wenn du aufwachst, bist du weiß
Wenn du krank bist, bist du grün
Wenn du in die Sonne gehst, bist du rot
Wenn du frierst, bist du blau
Wenn du stirbst, bist du grau

Und du wagst es – verdammt noch mal – mich einen Farbigen zu nennen.

Ingrid, Reiseleiterin