Donnerstag, 22. April 2010

Gestrandet

Tag 14
21. April 2010
Johannesburg

„Gestrandet“
Noch im Bett um 7.30 Uhr – Griff zur Fernbedienung. CNN berichtet, London Heathrow offen! Good News!
Schnell zum Frühstück, um mit den anderen zu redden: “Kommen wir heute weg?”
Um 10.00 Uhr trifft sich die Gruppe zum Meeting an der Hotelbar. Der Blick auf die Airlines, die am nahen Flughafen zu sehen sind, lassen uns hoffen – vielleicht bringt uns ja eine von diesen nach Hause. Die Herzen schlagen höher, es sieht gut aus.
Elfi spricht zur „Lage der Nation“, London offen, Frankfurt gesperrt. Die Nachrichten überschlagen sich, bestätigt ist aber nichts.
Ca. 3.500 Menschen sollen nur in Südafrika festsitzen. Es herrscht Chaos auf dem Flughafen.

Um das Warten zu verkürzen, ist kurzerhand eine Besichtigung in das „Gold Reef City“ organisiert worden. 12 Personen nehmen daran teil – der Rest bleibt im Hotel bzw. fährt zum Flughafen um die Lage zu checken und was einzukaufen.

Diejenigen von uns, die aus dem Bankomat kein Geld mehr erhalten, haben sich um die Mittagszeit aufgemacht nach Gold Reef City. Das „dreckige Dutzend“ versuchte sein Glück um Geld für eine Hand voll Dollars zu schürfen. Die Erwartungen waren hoch – zu hoch.
Gold Reef City entpuppte sich als ein Themenpark der an Disneyland erinnerte, wäre da nicht die reale Mine, die 1906 eröffnet und 1977 wegen Unrentabilität wieder geschlossen wurde. Wir fuhren mit einem Korb (der bei uns sogar für Fensterputzer verboten wäre) über 220 Meter tief in den Schacht um in einem Stollen den Alltag der Minenarbeiter zu sehen. Die Grube hat eine maximale Tiefe von über 3.700 m und es benötigte früher zwei Stunden um nach unten zu kommen und zwei Stunden nach oben. Dazwischen lagen acht Stunden harter Arbeit. Selbstverständlich wurden die Arbeiter (zumeist Schwarze) nur für acht Stunden bezahlt…
Wieder oben angekommen war es eine Erleichterung für alle. Statt Gold fanden wir Katzengold am Ausgang – und das hätten wir kaufen müssen. Jetzt wissen wir woher der Name Gold Reef City kommt. Nicht reich aber um eine Erfahrung reicher, fahren wir wieder zum Hotel zurück.

Die Ausflügler kommen gegen 15.30 Uhr retour und erkundigen sich sofort nach Neuigkeiten. Die gibt es tatsächlich. 2 Frauen aus unserer Gruppe, die gesundheitlich ein bisschen angeschlagen sind, werden mit der 18.00 Uhr Sondermaschine nach London geflogen.
JUHU! Elfi begleitet sie, bis sie im Flugzeug sitzen und lässt uns alle in eine Liste eintragen, nach der die nächsten Sondermaschinen belegt werden sollen.

In der Hotellobby treffen wir uns um 16.00 Uhr zu einem neuerlichen Meeting. Gespanntes Warten auf Elfi. Es sind noch Sportliche unter uns, die die Zeit im Fitnessstudio nützen.

Die Neugierde geht soweit, dass schon eine Teilnehmerin das Pendel herausholt uns uns sagt, dass wir am Freitag heimkommen.

Elfi kommt uns sagt uns, dass die Hoffnung besteht, morgen auf den Flieger zu kommen. Wir sollen heute unsere Koffer packen, damit wir morgen rasch auschecken können – so der Plan.
Um 7.00 Uhr fährt Elfi wieder zum Flughafen, dann wissen wir mehr.
Dann gibt es eine gute und (hoffentlich letzte) Nacht in Südafrika.

Herwig Jost
Walter Schattauer

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